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Präsidentin des Landgerichts Ravensburg Luitgard Wiggenhauser in den Ruhestand verabschiedet
Datum: 30.01.2026
Kurzbeschreibung:
Die Präsidentin des Landgerichts Ravensburg Luitgard Wiggenhauser tritt am 31. Januar 2026 nach knapp drei Jahren an der Spitze des Landgerichts Ravensburg und fast 40 Dienstjahren in der Justiz von Baden-Württemberg in den Ruhestand.
Als Assessorin begann die gebürtige Oberschwäbin ihren Dienst in der Justiz am Amtsgericht in Ravensburg. Anschließend folgten Tätigkeiten am Landgericht Ravensburg und am Oberlandesgericht in Stuttgart bevor sie 2004 an das Landgericht Ravensburg als Vorsitzende der Versicherungskammer und Ausbildungsleiterin für die Rechtsreferendare zurückkehrte. Am 1. Juli 2006 wurde Präsidentin Wiggenhauser zur Direktorin des Amtsgerichts in Biberach und 2011 zur Präsidentin des Landgerichts in Hechingen ernannt. 2021 war sie die Vizepräsidentin des Oberlandesgerichts Stuttgart, wo sie die für den gesamten OLG-Bezirk Stuttgart zuständige Verwaltungsabteilung sowie nahezu ein Jahr lang vertretungsweise das Oberlandesgericht Stuttgart leitete. Im Juni 2023 kehrte sie als Präsidentin ihres Heimatgerichts – dem Landgericht Ravensburg – zurück.
Als Präsidentin hatte sie zahlreiche und vielfältige Herausforderungen zu meistern. Eine davon war die Koordination der Sanierung des Landgerichts bei Aufrechterhalten eines funktionierenden Gerichtsbetriebes, was neben den üblichen Begleiterscheinungen, wie Lärm und Staub, mit zahlreichen Gesprächsterminen und Büroumzügen aller Beschäftigten verbunden war. Aber auch die Personalplanung bei rückläufigen Neubewerbungen in der Justiz nahmen einen großen Anteil ihrer Tätigkeit in Anspruch. Dabei hatte Präsidentin Wiggenhauser insbesondere angespannte Personalsituationen in den Amtsgerichten im Blick, die sie durch Abordnungen von Kollegen des Landgerichts und benachbarter Amtsgerichte befrieden konnte. Dazu stieg der Personalbedarf wegen stetiger Zunahme von Strafverfahren an, in dessen Folge neues Personal gewonnen und aus dem Zivilbereich umgeschichtet werden musste.
In ihrer Amtszeit wurde die E-Akte in der Strafgerichtsbarkeit eingeführt. Über dies war Wangen im Allgäu Ausrichter der Auftaktveranstaltung zum ministerial initiierten Projekt „Zukunftsgerichtet“. Mehr als 230 Kolleginnen und Kollegen aus allen Justizbehörden folgten dem Aufruf von Präsidentin Wiggenhauser zur Teilnahme.
Ein besonderes Ereignis in der Amtszeit von Präsidentin Wiggenhauser war das hochkarätig besetzte Bodenseejuristentreffen, das 2024 auszurichten war und ebenfalls in Wangen stattgefunden hat. Neben Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, Generalbundesanwalt Jens Rommel und Präsident des Oberlandesgerichts Dr. Andreas Singer waren mehr als 150 Kolleginnen und Kollegen der hiesigen aber auch benachbarter Gerichtsbezirke sowie Kolleginnen und Kollegen aus der Schweiz Gäste dieses Treffens.
Im Ruhestand wird die sehr heimatverbundene Mutter zweier erwachsener Söhne mehr Zeit für ihre Hobbys Reisen und Steinbildhauerei sowie für ihre beiden Enkelkinder zur Verfügung haben.
S. Koppe
Pressesprecherin
